EU-Emissionshandel

Reduktion der CO2-Emissionen: Ziel Klimaneutralität in 2050

Der EU-Emissionshandel ist das zentrale Instrument der Europäischen Union, um die CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber 1990 zu reduzieren und im Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Nach der im Juli 2021 von der EU-Kommission vorgelegten Strategie „Fit for 55“ wird dazu der Emissionshandel deutlich ausgeweitet. Ab Januar 2026 solle es ein zusätzliches Handelssystem geben, das die CO2-Emissionen aus dem Verkehrs- und Gebäudesektor einbezieht. Die beim Start des Systems festgelegten Obergrenzen werden dann jährlich gesenkt. Bereits 2030 soll es eine Reduzierung der Emissionen von 43% gegenüber 2005 geben.

In das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) wird künftig erstmals die Seeschifffahrt einbezogen. Außerdem soll die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten für den Luftverkehr bis 2027 schrittweise auslaufen – Ähnliches ist für weitere Branchen geplant.

Gleichzeitig werden die Emissionen aus dem aktuellen Handelssystem stärker gesenkt als bislang geplant: Bis 2030 ist nun eine Reduzierung um 61% gegenüber dem Niveau von 2005 vorgesehen – bisher waren es lediglich 43%.

4. Handelsperiode des EU-EHS mit signifikanten Herausforderungen für Unternehmen

Grundsätzlich gilt für alle Unternehmen im Europäischen Emissionshandel – unabhängig davon, ob neu hinzugekommen oder von Anfang an dabei: Die Verschärfung der Ziele für die 4. Handelsperiode zwischen 2021 und 2030 bringt signifikante Herausforderungen mit sich.

  • Steigende CO2-Preise: Die meisten Marktteilnehmer erwarten, dass die neuen Klimaziele zu einem signifikanten Anstieg der Preise von EU-Emissionsberechtigungen führen werden. So wurden in den letzten Wochen beispielweise Call Optionen mit einem Preis von 100 Euro gehandelt.*
  • Weniger kostenlose Zuteilung: Die Erhöhung der Klimaziele führt zu einer geringeren kostenlosen Zuteilung für Industrieunternehmen. Entsprechend müssen Unternehmen Emissionsberechtigungen zukaufen, sollten sie ihren Bedarf nicht durch Vermeidungsmaßnahmen senken.

Emissionen reduzieren oder Berechtigungen zukaufen?

Die Analyse der aktuellen Situation, die Auswirkung der aktuellen Klimapläne und die aktive Steuerung sind aus unserer Sicht essenziell. „Make or buy?“ Ist es technisch und wirtschaftlich möglich, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, oder müssen momentan noch EU-Emissionsberechtigungen zugekauft werden? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es und wie kann ein aktives Risikomanagement gestaltet werden?

Wie die Commerzbank Unternehmen beim Risikomanagement und im Emissionshandel** konkret unterstützt

Bei steigenden Preisen für Emissionszertifikate , sollten sich Kunden entsprechend absichern und mit EU-Emissionsberechtigungen eindecken. Profitieren Sie von unserer großen Erfahrung im Bereich Risikomanagement und von unserem Know-how als führender und langjähriger Akteur im Emissionshandel.

Immer mehr Unternehmen, auch solche, die nicht am EU-Emissionshandel teilnehmen, legen Wert auf die Themen Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Wir beraten Unternehmen bei ihrer Klimastrategie mit dem Ziel, Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren und den unvermeidlichen Rest mit CO2-Zertifikaten freiwillig zu kompensieren.

Kontaktieren Sie unseren Spezialisten!

Aktive Steuerung des Rohstoffpreisrisikos wird immer wichtiger …

Unsere umfassenden Dienstleistungen können den jeweiligen Bedürfnissen unserer Kunden individuell angepasst werden. Wir informieren über relevante Entwicklungen im Bereich Emissionshandel, gesetzliche Änderungen und neue Trends. Zudem steht am Anfang einer Zusammenarbeit immer die genaue Analyse der jeweiligen Risiken.

Die aktive Steuerung des Rohstoffpreisrisikos wird für Unternehmen immer wichtiger. Wir zeigen ihnen aber auch die Chancen der nächsten Phase des EHS. Denn die Commerzbank unterstützt Unternehmen im gesamten Prozess des Emissionshandels. Das beginnt mit der Zuteilung der kostenlosen Zertifikate im Februar jeden Jahres und dauert bis zur Abrechnung im April des Folgejahres. Wir berechnen auf Grundlage von Unternehmensangaben einen möglichen Überschuss oder ein Defizit an Emissionsberechtigungen und stellen konkrete Handlungsoptionen vor: Wie können beispielsweise kostenlos zugeteilte EU-Emissionszertifikate genutzt werden, um Finanzierungskosten zu optimieren?

… und erhöht die Planungssicherheit

Gemeinsam mit dem Unternehmen entwickeln wir das individuell passende Risikomanagement und die sich daraus ergebenden Handlungsstrategien. Ein Vorteil: Aktives Risikomanagement erhöht die Planungssicherheit für das Unternehmen.

Folgende Strategien kommen häufig zum Einsatz:

  • Passive Strategien: CO2-Zertifikate werden kurz vor dem Compliance-Stichtag erworben, Verkäufe am Jahres- oder Quartalsende getätigt.
  • Taktischer/aktiver Handelsansatz: Unternehmen nutzen die Chancen des Markts und kaufen oder verkaufen Emissionsberechtigungen, sobald ein vorher definiertes Preisziel erreicht wird.
  • Absicherungs-/Einkaufsstrategien: Bei diesem Ansatz definieren Unternehmen Strategien, nach denen auf regelmäßiger Basis Zertifikate erworben oder veräußert werden.
  • Integrierter Risikomanagement-Ansatz: Rohstoff-, Wechselkurs- und Zinsrisiken werden simultan gemanagt.

Stärkere Betroffenheit als bei Zins- und Wechselkursrisiken

Unternehmen steht eine breite Palette an Instrumenten zur Steuerung von Rohstoffpreisrisiken zur Verfügung. Insbesondere im Emissionshandel gibt es ein umfassendes Angebot. Und das sollte von allen unbedingt genutzt werden, denn im Vergleich zu Zins- und Wechselkursrisiken ist die direkte Betroffenheit von Unternehmen im Rohstoffbereich wesentlich stärker.

Kauf oder Verkauf in der Kasse (Spot):

Das Unternehmen erwirbt oder veräußert die EU-Emissionsrechte mit sofortiger Lieferung und bezahlt oder erhält den entsprechenden Preis. Dieses Instrument kann bei der jährlichen Abrechnung im April eingesetzt werden oder dient dazu, durch den Verlauf einen Gewinn zu erzielen.

Terminkauf oder -verkauf (Forward):

Die Firma bestimmt heute einen Preis, zu dem in Zukunft CO2-Zertifikate ge- oder verkauft werden. So kann sich der Kunde gegen steigende oder fallende Preise absichern.

Limit-Order:

Im Auftrag des Kunden kauft oder verkauft die Commerzbank Emissionsrechte zu einem Zielpreis in der Kasse oder auf Termin. Diese Strategie ermöglicht Unternehmen eine große Flexibilität.

Kauf zum Durchschnittspreis:

Emissionsrechte werden zu einem vorher definierten Durchschnittspreis erworben oder abgestoßen. Unternehmen vermeiden so, Transaktionen ausgerechnet zu historischen Höchst- oder Tiefstständen abwickeln zu müssen.

Option:

Mittels Optionen, also dem Recht, CO2-Zertifikate kaufen oder verkaufen zu können, sichern sich Kunden gegen extreme Preisentwicklungen ab. Zudem können Prämien generiert werden.

Swap:

Um die Compliance-Position eines Unternehmens zu steuern, können Unternehmen eine festgelegte Menge an Emissionszertifikaten (CER) gegen EU-Emissionsrechte (EUA) tauschen.

Finanzierung:

Unternehmen können durch den zeitgleichen Verkauf von EU-Emissionsberechtigungen in der Kasse und den zeitgleichen Rückkauf auf Termin Mittel aufnehmen und sich so finanzieren.

Kontaktieren Sie unseren Spezialisten!

* Stand: August 2021

** Der EU-ETS-Service der Commerzbank wird nur für Kunden innerhalb der Europäischen Union (EU) oder mit einem EU-Registerkonto angeboten.